Die renommierte Konferenz fand vom 12. bis 16. April 2026 in Straßburg statt und zählt mit über 1.800 Fachbeiträgen sowie einer umfangreichen Industrieausstellung zu den wichtigsten europäischen Veranstaltungen im Bereich Optik und Photonik. Thematische Schwerpunkte waren unter anderem Quantentechnologien, optische Bildgebung, Sensorik und Biophotonik sowie innovative Materialien und 3D-gedruckte Optiken.
Dr. Andreea Winterfeld stellte in ihrem Vortrag „Raman-spectroscopy-based point-of-care assay development for rapid UTI diagnosis“ ein Raman-basiertes System vor, welches für die schnelle Diagnostik von Harnwegsinfektionen eingesetzt werden kann. Der in Zusammenarbeit mit LGT-Partner Biophotonics Diagnostics im Projekt RaInMo entwickelte Assay ermöglicht es dabei, sowohl die Bakterienspezies, als auch deren Antibiotikaresistenzen zu bestimmen. Die Forscherin hob insbesondere die Bedeutung des Austauschs zwischen Wissenschaft und Industrie auf der Konferenz hervor: „Neben Fachvorträgen und Poster-Sessions bot die Industrieausstellung mit Live-Demonstrationen moderner Technologien wertvolle Einblicke und Möglichkeiten zur Anbahnung neuer Kooperationen.“
Stella Greiner präsentierte ihre Forschung im Vortrag „AI-enhanced FLIM identifies macrophages in human precision-cut lung slices“. Die Wissenschaftlerin untersucht die Immunreaktion bei viralen Atemwegsinfektionen und nutzt dafür bildgebende Verfahren wie der Fluoreszenzlebensdauer-Mikroskopie (FLIM) in Kombination mit KI-gestützter Bildanalyse. Die Arbeiten entstanden in enger Zusammenarbeit mit der AG Translational Microbiology des Universitätsklinikums Jena und der AG Photonic Data Science der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Weizhi Yang berichtete in seinem Beitrag „Development of a closed looped fast autofocus fiber optic Raman probe“ über die Entwicklung einer neuartigen Raman-Sonde, welche auch im Handbetrieb die Messung präziser Spektren ermöglicht und damit die Anwendbarkeit im Bereich der Point-of-Care-Diagnostik verbessert. Die Konferenz bot ihm die Gelegenheit zum intensiven fachlichen Austausch mit internationalen Wissenschaftlern, wertvolles Feedback zur Weiterentwicklung seiner Technologie sowie Einblicke in aktuelle Trends im Bereich der Raman-Spektroskopie. Auch der Dialog mit Unternehmen in der Industrieausstellung erwies sich für ihn als besonders gewinnbringend.
Die Förderung der Teilnahme von drei jungen Wissenschaftlern durch den Forschungsverbund Leibniz Gesundheitstechnologien an der SPIE Photonics Europe 2026 unterstreicht einmal mehr die Bedeutung der CPI als Instrument zur internationalen Sichtbarkeit und Vernetzung von Forschenden im Bereich der Gesundheitstechnologien.