Plasmamedizin

PRÄVENTION UND PERSONALISIERTE BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN

Dieses Kompetenzfeld widmet sich der Erforschung des Einsatzes der Plasmamedizin im Bereich personalisierter Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten, etwa für die Therapie chronischer Infekte, z. B. bei Tuberkulose oder Infektionen mit dem multiresistenten Staphylococcus aureus (MRSA).

Plasmamedizin ist ein Forschungsfeld an der Schnittstelle zwischen Plasmaphysik und Lebenswissenschaften. Die Verwendung von Plasmen für medizinische Applikationen basiert auf drei Säulen: den etablierten Bereichen „Dekontamination“ und „bioaktive Oberflächen“ sowie dem neuen Gebiet „kalte Plasmen“. Die Einbettung dieser Gebiete im Forschungsverbund Leibniz Gesundheitstechnologien erfolgt auf allen Ebenen – Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge.

Die Dekontamination von Oberflächen dient der Prävention von Infektionen im Klinikbereich. Mit Plasmen können thermisch oder chemisch sensible Medizinprodukte (wie Katheter und gewebeperforierende Ports) in situ oder vor Benutzung gereinigt werden. Auf bioaktiven Oberflächen erlaubt der Einsatz von Plasma eine Manipulation der Redoxbalance. Dabei kann das Plasma sowohl auf biokompatiblen Materialien als auch direkt am lebenden Gewebe eingesetzt werden. Mit den neuen „kalten Plasmen“ können diese Schritte auch in offener Atmosphäre durchgeführt werden. Je nachdem wie lange die Behandlung dauert, welche Gase und wie viel Energie in den Plasmen zum Einsatz kommt, können verschiedene medizinische Effekte erzielt werden.