Gauck beeindruckt von der Leibniz-Gesundheitsforschung in Jena

| Bundespräsident Joachim Gauck hat am Mittwoch, den 23.11.2016 Jena besucht, um sich über die Gesundheitsforschung vor Ort zu informieren. Der Präsident besichtigte das Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut (HKI) und den InfectoGnostics Forschungscampus Jena, der vom Leibniz-Institut für Photonische Technologien (IPHT) geleitet wird. Beide sind Mitgliedsinstitute in "Leibniz Gesundheitstechnologien" und konnten Gauck vor allem mit ihrem "Denken an Zukunft" beeindrucken.

Foto: InfectoGnostics

Bei der Diskussionsrunde am InfectoGnostics Forschungscampus stand besonders das Thema weltweit zunehmender Antibiotika-Resistenzen im Vordergrund: „Infektionen, die wir noch vor wenigen Jahren problemlos behandeln konnten, sind bereits heute nur noch mit einem Reserveantibiotikum in den Griff zu kriegen. Doch selbst gegen diese Mittel sind einige Bakterienstämme bereits resistent“, erläuterte Prof. Mathias Pletz, medizinischer Koordinator des InfectoGnostics-Kernprojekts und leitender Infektiologe am Uniklinikum Jena, die prekäre Lage.

Bundespräsident Gauck hakte interessiert nach und wollte wissen, wie dieses Wettrennen gegen die sich ständig anpassenden Keime in der Praxis gewonnen werden kann. „Durch exakte, schnelle Diagnosen und eine personalisierte Therapie“ – so brachte Prof. Jürgen Popp den wichtigsten InfectoGnostics-Lösungsansatz auf den Punkt. Popp ist IPHT-Direktor, Professor für Physikalische Chemie an der Universität Jena und zugleich Sprecher des Forschungscampus. Das Konzept des Campus setze auf die frühe Zusammenarbeit zwischen Forschung, Klinik und Industrie: „Wir arbeiten hier eng in einer öffentlich-privaten Partnerschaft, damit die vielen Ideen unserer Forscher auch tatsächlich zu einem Produkt werden, das den Menschen hilft.“

Einladung nach Jena erfolgte durch die Leibniz-Gemeinschaft

Anlass für den Besuch des Bundespräsidenten war eine persönliche Einladung durch Prof. Matthias Kleiner, dem Präsidenten der Leibniz-Gemeinschaft, um einige Aspekte der Gesundheitsforschung in Jena vorzustellen. Die beiden Leibniz-Institute IPHT und HKI kooperieren sowohl im Forschungsverbund "Leibniz Gesundheitstechnologien" als auch in der öffentlich-privaten Partnerschaft im InfectoGnostics Forschungscampus.

Zu Gast waren auch der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow, der Jenaer Oberbürgermeister Albrecht Schröter und Prof. Walter Rosenthal, Präsident der Friedrich-Schiller-Universität Jena, die sich ebenfalls am Gespräch mit dem Bundespräsidenten beteiligten.